Welches pflanzliche Prostatamittel ist das beste?
Ein Mittel, das für alle am besten ist, gibt es nicht. Welches pflanzliche Prostatamittel kommt also infrage, um Ihre Beschwerden sanft zu lindern? Lesen Sie dazu mehr in diesem Überblick zu Wirkung und Studienlage.
Die Studien untersuchen oft unterschiedliche Extrakte und Präparate. Deshalb kommt es nicht nur auf den Pflanzennamen an, sondern auch darauf, welches Mittel genau untersucht wurde.
Welche pflanzlichen Prostatamittel gibt es?
Pinienrinde ist eine Quelle für antioxidative Pflanzenstoffe und Phytosterole.1 Eine Weichkapsel APOPROSTAT® forte enthält 65 mg Phytosterol mit mindestens 70 % β-Sitosterol.
Was bedeutet das für Sie?
APOPROSTAT® forte ist ein pflanzliches Arzneimittel zur Besserung prostatabedingter Harnbeschwerden.
Was ist dazu bekannt?
Eine Studie fand für Serenoa repens eine vorteilhafte Wirkung.2
Was bedeutet das für Sie?
Sabal UNO enthält 320 mg Sägepalmenfrüchte-Dickextrakt und kann Beschwerden beim Wasserlassen bei gutartiger Prostatavergrößerung lindern.
Was ist dazu bekannt?
Eine kleine Studie ergab: Männer, die 12 Wochen lang Brennnesselwurzel-Extrakt einnahmen, hatten weniger Beschwerden als die Placebo-Gruppe.3
Was bedeutet das für Sie?
Wurzelextrakte wurden untersucht, teils in Kombination mit anderen Pflanzen. Das Ergebnis gilt nicht automatisch für Tees oder andere Präparate.
Was ist dazu bekannt?
Die Studienlage zu Extrakten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht eindeutig.4,5
Was bedeutet das für Sie?
Kürbiskerne können Teil Ihrer Ernährung sein. Als Mittel gegen Prostatabeschwerden ist ihre Wirkung aber nicht zuverlässig belegt.6
Was ist dazu bekannt?
Ältere Studien deuten auf mögliche Verbesserungen hin, haben aber Einschränkungen.7
Was bedeutet das für Sie?
Welche Wirkung Pygeum africanum hat und ob es Beschwerden zuverlässig lindert, ist noch unklar.
Kiefernrindenextrakt: Welche Wirkung hat er bei Prostatabeschwerden?
Das pflanzliche Mittel kann gegen prostatabedingte Beschwerden beim Wasserlassen helfen und ist zur symptomatischen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung zugelassen. Diese Zulassung gilt für APOPROSTAT® forte, nicht automatisch für andere Pinienrindenextrakte.
Sägepalme, Sabal und Serenoa repens
Sägepalme, Serenoa repens und Sabal serrulata sind Namen derselben Pflanze. Für Präparate für die Prostata werden ihre Früchte genutzt.
Brennnesselwurzel ist nicht dasselbe wie Brennnesseltee
Bei Brennnesseln kommt es auf den Pflanzenteil an: In Präparaten für die Prostata wird die Wurzel verwendet, nicht das Blatt. Untersucht wurden vor allem konzentrierte Wurzelextrakte – manchmal zusammen mit anderen Pflanzen.2
Brennnesseltee aus Blättern ist damit nicht vergleichbar; eine ähnliche Wirkung ist nicht belegt. Wenn Sie ein Präparat ausprobieren möchten, lassen Sie sich in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke beraten.
Kürbiskerne: Lebensmittel oder Extrakt?
Das bedeutet aber nicht, dass Kürbiskerne Beschwerden der Prostata zuverlässig lindern. Auch bei Extrakten sind die Produkte unterschiedlich zusammengesetzt.
Die S2e-Leitlinie, die Fachleuten Behandlungen empfiehlt, nennt Kürbissamen als pflanzliche Option, gibt wegen der unklaren Studienlage aber keine allgemeine Empfehlung dafür.10
Einige Studien zu bestimmten Kürbiskernextrakten zeigen eine mögliche Besserung, andere nicht.3,4 Der beobachtete zusätzliche Vorteil gegenüber Placebo war klein. Die Ergebnisse lassen sich nicht auf alle Kürbiskernprodukte übertragen.
Das heißt nicht, dass Kürbiskerne nachweislich gar nicht wirken. Sie können sich aber nicht darauf verlassen, dass der Verzehr Ihre Prostatabeschwerden wie nächtlichen Harndrang oder schwachen Harnstrahl zuverlässig lindert.
Pygeum africanum: Was sagen die Studien?
Pygeum africanum ist der frühere Name des Afrikanischen Pflaumenbaums, der heute meist Prunus africana heißt. Für Präparate wird die Rinde verwendet.
Ältere Studien lassen eine mögliche Besserung von Beschwerden vermuten. Sie waren aber häufig kurz und untersuchten unterschiedliche Präparate. Ob Pygeum Beschwerden zuverlässig lindert, ist deshalb noch unklar.4
Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?
- Lassen Sie Ihre Beschwerden abklären. Häufiger Harndrang oder ein schwacher Harnstrahl können verschiedene Ursachen haben.
- Achten Sie auf das konkrete Präparat. Studienergebnisse zu einem bestimmten Extrakt gelten nicht automatisch für alle Produkte derselben Pflanze.
- Im Notfall direkt reagieren. Bei starken Schmerzen, Fieber, Blut im Urin oder wenn Sie gar nicht mehr urinieren können, sollten Sie umgehend medizinische Hilfe suchen.

- Die erste Linderung können Sie bereits nach 4 Wochen spüren.
- Nach rund 6 Monaten können sich die Schlafunterbrechungen wegen Harndrangs etwa um die Hälfte verbessern.
Hier finden Sie alle Informationen zur Bewertung der Symptomatik
FAQ: Häufige Fragen zu pflanzlichen Prostatamitteln
Quellen
- 1 Li, Ying-Ya, u. a. „Pine Bark Extracts: Nutraceutical, Pharmacological, and Toxicological Evaluation“. The Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics, Bd. 353, Nr. 1, 2015, S. 9–16, https://doi.org/10.1124/jpet.114.220277.
- 2 Görne, Rainer C., u. a. „Randomized Double-Blind Controlled Clinical Trials with Herbal Preparations of Serenoa Repens Fruits in Treatment of Lower Urinary Tract Symptoms : An Overview: An Overview“. Wiener Medizinische Wochenschrift (1946), Bd. 167, Nr. 7–8, 2017, S. 177–82, https://doi.org/10.1007/s10354-016-0526-2.
- 3 Akbar Karami, Ali, u. a. „Urtica Dioica Root Extract on Clinical and Biochemical Parameters in Patients with Benign Prostatic Hyperplasia, Randomized Controlled Trial“. Pakistan Journal of Biological Sciences, Bd. 23, Nr. 10, 2020, S. 1338–44, https://doi.org/10.3923/pjbs.2020.1338.1344.
- 4 Vahlensieck, Winfried, u. a. „Beneficial Effects of Pumpkin Seed Soft Extract on Lower Urinary Tract Symptoms and Quality of Life in Men with Benign Prostatic Hyperplasia: A Meta-Analysis of Two Randomized, Placebo-Controlled Trials over 12 Months“. Clinical Phytoscience, Bd. 8, Nr. 1, 2022, https://doi.org/10.1186/s40816-022-00345-0.
- 5 Vahlensieck, Winfried, Christoph Theurer, u. a. „Effects of Pumpkin Seed in Men with Lower Urinary Tract Symptoms Due to Benign Prostatic Hyperplasia in the One-Year, Randomized, Placebo-Controlled GRANU Study“. Urologia Internationalis, Bd. 94, Nr. 3, 2015, S. 286–95, https://doi.org/10.1159/000362903.
- 6 „AWMF Leitlinienregister“. Awf.org, register.awmf.org/de/leitlinien/detail/043-034. Zugegriffen 30. September 2026.
- 7 Ishani, A., u. a. „Pygeum Africanum for the Treatment of Patients with Benign Prostatic Hyperplasia: A Systematic Review and Quantitative Meta-Analysis“. The American Journal of Medicine, Bd. 109, Nr. 8, 2000, S. 654–64, https://doi.org/10.1016/s0002-9343(00)00604-5.
- 8 „Assessment report on Cucurbita pepo L., semen“. Europa.eu, www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-report/final-assessment-report-cucurbita-pepo-l-semen_en.pdf. Zugegriffen 30. September 2026.
- 9 „Kürbisse: Gesundheit und Umwelt“. Bzfe.de, www.bzfe.de/kueche-und-alltag/vom-acker-bis-zum-teller/kuerbisse/kuerbisse-gesundheit-und-umwelt. Zugegriffen 30. September 2026.
- 10 Awmf.org, register.awmf.org/assets/guidelines/043-034l_S2e_Diagnostik_Therapie_benignes_Prostatasyndrom_2023-04.pdf. Zugegriffen 30. September 2026.
- 11 Klippel, K. F., u. a. „A Multicentric, Placebo-Controlled, Double-Blind Clinical Trial of Beta-Sitosterol (Phytosterol) for the Treatment of Benign Prostatic Hyperplasia. German BPH-Phyto Study Group“. British Journal of Urology, Bd. 80, Nr. 3, 1997, S. 427–32.
- 12 Fischer, A., u. a. „Conservative treatment of benign prostatic hyperplasia with high-dosage b-sitosterol (65 mg): results of a placebo-controlled double-blind study“. Uroscop, 1993; 1: 12-20.


