Welcher Tee ist gut für die Prostata?
Viele Männer suchen nach natürlichen Wegen, um Prostatabeschwerden zu lindern – und greifen dabei zu Kräutertees. Bestimmte Pflanzen können Ihre Blasen- und Prostatafunktion tatsächlich unterstützen.
Kleinblütiges Weidenröschen: Der bekannteste Prostata-Tee
Die Pflanze enthält Gerbstoffe, Flavonoide und Phytosterole, denen eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung zugeschrieben wird.1 Ob und in welchem Ausmaß sie klinisch wirksam ist, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt.2
- 1,5–2 g getrocknete Blätter
- mit 250 ml kochendem Wasser übergießen
- 2-mal täglich trinken
Brennnessel für die Prostata: Entzündungshemmend & harntreibend
Brennnesselwurzel gehört zu den am häufigsten empfohlenen Pflanzenmitteln bei BPH. Studien deuten darauf hin, dass Inhaltsstoffe der Brennnesselwurzel entzündliche Prozesse im Prostatagewebe hemmen können.4
Studien zeigen, dass Extrakte aus der Brennnesselwurzel Entzündungen in der Prostata hemmen und typische BPH-Beschwerden wie häufigen Harndrang oder einen schwachen Harnstrahl lindern können4.
Wichtig zu wissen: Diese Erkenntnisse gelten für konzentrierte Wurzelextrakte – nicht für den Tee aus Brennnesselblättern. Wer Brennnesseltee trinkt, nimmt andere Inhaltsstoffe auf. Eine ähnliche Wirkung auf die Prostata ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.
- 2 g zerkleinerte Blätter
- mit 150 ml kochendem Wasser aufgießen
- 2–3-mal täglich trinken
Grüner Tee und die Prostata: Antioxidativer Schutz
Grüner Tee enthält eine hohe Konzentration an Polyphenolen. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben in Laborstudien antioxidative und zellschützende Eigenschaften gezeigt.6
Grüner Tee kann als ergänzender Bestandteil eines gesundheitsbewussten Lebensstils sinnvoll sein. Als alleinige Maßnahme bei bestehenden Beschwerden ist er nicht ausreichend.
- ca. 2 g zerkleinerte oder ganze Blätter
- mit 100–150 ml kochendem Wasser aufgießen
- 3–5-mal täglich trinken
Birkenblätter-Tee: Unterstützung für Blase und Harnwege
- 2–3 g zerkleinerte Birkenblätter
- mit 150 ml kochendem Wasser aufgießen
- bis zu 4-mal täglich trinken
Wichtig: Aufgrund der harntreibenden Wirkung sollten Sie bei der Einnahme ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen sprechen Sie bitte vorab mit Ihrem Arzt.
Prostata-Teemischungen: Wann sind Kombinationen sinnvoll?

| Pflanze | Wirkung |
|---|---|
| Weidenröschen | entzündungshemmend, antioxidativ |
| Brennnesselwurzel | harntreibend, entzündungshemmend |
| Birkenblätter | unterstützt die Blasenfunktion |
Fertige Teemischungen aus der Apotheke sind empfehlenswert, da sie standardisierte Qualität bieten. Beim Kauf im Supermarkt ist der Wirkstoffgehalt häufig nicht garantiert.
Wie viel Tee ist sinnvoll – und wann lieber zum Arzt?
Für die meisten Prostata-Tees gilt: 2–3 Tassen täglich über mehrere Wochen. Mancher Tee wirkt nicht sofort – dann ist eine regelmäßige, langfristige Einnahme entscheidend.
Pflanzliche Tees können leichte Beschwerden unterstützend lindern. Bei einer diagnostizierten BPH oder stärker ausgeprägten Symptomen – wie erheblichem Restharn, häufigem nächtlichem Aufwachen oder Schmerzen – ersetzen sie keine medizinische Behandlung.
Quellen
- 1 Hevesi, B. T., u. a. „Antioxidant and Antiinflammatory Effect of Epilobium Parviflorum Schreb: ANTIOXIDANT EFFECT OF EPILOBIUM PARVIFLORUM SCHREB“. Phytotherapy Research: PTR, Bd. 23, Nr. 5, 2009, S. 719–724, https://doi.org/10.1002/ptr.2725.
- 2 Hevesi Tóth Barbara, und Kéry Agnes. „Epilobium parviflorum–in vitro study of biological action“. Acta pharmaceutica Hungarica, Bd. 79, Nr. 1, 2009, S. 3–9.
- 3 „European Union herbal monograph on Epilobium angustifolium L. and/or Epilobium parviflorum Schreb., herba“. European Medicines Agency (EMA), https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/european-union-herbal-monograph-epilobium-angustifolium-l-and-or-epilobium-parviflorum-schreb-herba_en.pdf. Zugegriffen 8. April 2026.
- 4 Akbar Karami, Ali, u. a. „Urtica Dioica Root Extract on Clinical and Biochemical Parameters in Patients with Benign Prostatic Hyperplasia, Randomized Controlled Trial“. Pakistan Journal of Biological Sciences, Bd. 23, Nr. 10, 2020, S. 1338–1344, https://doi.org/10.3923/pjbs.2020.1338.1344.
- 5 „European Union herbal monograph on Urtica dioica L.; Urtica urens L., radix“. European Medicines Agency (EMA), https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-european-union-herbal-monograph-urtica-dioica-l-urtica-urens-l-radix-revision-1_en.pdf. Zugegriffen 8. April 2026.
- 6 Mokra, Daniela, u. a. „Therapeutic Effects of Green Tea Polyphenol (‒)-Epigallocatechin-3-Gallate (EGCG) in Relation to Molecular Pathways Controlling Inflammation, Oxidative Stress, and Apoptosis“. International Journal of Molecular Sciences, Bd. 24, Nr. 1, 2022, S. 340, https://doi.org/10.3390/ijms24010340.
- 7 Kurahashi, Norie, u. a. „Green Tea Consumption and Prostate Cancer Risk in Japanese Men: A Prospective Study“. American Journal of Epidemiology, Bd. 167, Nr. 1, 2008, S. 71–77, https://doi.org/10.1093/aje/kwm249.
- 8 „Community herbal monograph on Camellia sinensis (L.) Kuntze, non fermentatum folium“. European Medicines Agency (EMA), https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-community-herbal-monograph-camellia-sinensis-l-kuntze-non-fermentatum-folium_en.pdf. Zugegriffen 8. April 2026.
- 9 „Betulae Folium – Herbal Medicinal Product“. European Medicines Agency (EMA), https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/betulae-folium. Zugegriffen 8. April 2026.
- 10 „European Union herbal monograph on Betula pendula Roth and/or Betula pubescens Ehrh. as well as hybrids of both species, folium“. European Medicines Agency (EMA), https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-european-union-herbal-monograph-betula-pendula-roth-betula-pubescens-ehrh-folium_en.pdf. Zugegriffen 8. April 2026.


